Ich lebe in Belgien in einer sogenannten Arche-Gemeinschaft. Das bedeutet, dass behinderte und nichtbehinderte Menschen in einem Haus zusammen wohnen, essen, Unternehmungen machen und und und... Schon bei meinem ein-wöchigen Projektbesuch, habe ich das Leben dort eher wie in einer Familie erlebt. Das war sehr cool und auch die Herzlichkeit mit der man (zumindest von den allermeisten) empfangen wurde, hat mich echt überrascht.
In Namur gibt es zwei Häuser, sogenannte Foyers, zum einen das "Tournesol" und zum anderen das "Bartres". In welchem ich letztendlich leben und arbeiten werde, steht noch nicht fest.
Darüberhinaus gibt es noch das Atelier "Lumcon", das man in Deutschland vermutlich als Behindertenwerkstatt bezeichnen würde. Hier mal ein Foto vom "Lumcon":

Ins "Lumcon" kommen zum einen einige der Behinderten aus den beiden oben genannten Häusern, aber auch behinderte Menschen die bei ihren Eltern oder anderswo leben, bleiben dort von ca. 8.30 bis ca. 16.00 Uhr.
Sie können zum einen in dem Bereich "sous-traitance" arbeiten und zum anderen im Bereich "cannage".
Beim "sous-traitance" können die Behinderten zum Beispiel Adressen auf Rundbriefe aufkleben, Grußkarten zu Zehnerpacks zusammenpacken oder fuer ein Fotogeschaeft Kalender mit Bildern und Zetteln in eine Tuete paecken und zuschweissen.
Beim "cannage" werden die Sitzflächen von alten Stühlen erneuert. Wie ich gehört habe und wie man auf den Fotos sieht, gibt es da auch genügend Bedarf unter den Bürgern Namurs.
Auf diesem ersten Bild sieht man das Regal mit den Stühlen, die noch repariert werden müssen:

Den Stuhl vorne links auf diesem zweiten Bild habe übrigens ich bearbeitet, aber leider nicht mehr fertigstellen können :

In den bunten Eimern ist Wasser mit denen man das Strohzeug befeuchtet, damit es geschmeidiger wird und nicht reißt.
Hinten rechts sieht man die portable Musik-Anlage (in Fachkreisen auch Ghettoblaster genannt), die eine der Behinderten immer mit vor Schmalz triefenden, französischen CDs fütterte.

Wer noch mehr Informationen zum Projekt und vor allem zu den Leuten lesen möchte, kann sich mal diesen Rundbrief einer meiner Vorgängerinnen durchlesen.
Die dort beschriebene Juliana war zu der Zeit, als ich in Namur war, nicht mehr da. Sie ist bereits Ende 2005 gestorben. Robert war waehrend meinem Projektbesuch noch in der Arche ist aber im Juli 2006 gestorben. Alle anderen Beschreibungen der Bewohner finde ich zutreffend:
http://www.eirene.org/belgien-temp/news.belgien.10/index.html



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